Von:
Corinna Behrens

e-hund.de

Xaver ist ein Collie-Mix. Ich habe ihn vor über 12 Jahren zu mir genommen, als er ins Tierheim gegeben werden sollte, weil ihn keiner mehr wollte. Bald wird er 13 Jahre alt. Das sind keine 91 Menschenjahre, wie manch einer denken wird (Hundejahre x 7). Inzwischen hat man nämlich herausgefunden, dass Hunde anders altern - große schneller als kleine. Xaver ist ungefähr 80 Jahre.

Er ist immer noch ein fröhlicher Hund, der neugierig die Welt betrachtet und erobert. Er liebt Spaziergänge im Englischen Garten und freut sich über jede Hundebekanntschaft. Inzwischen ist er aber längst nicht mehr so schnell auf den Beinen, schläft lange, leidet unter Arthritis und hört immer schwerer (nun gut, das war auch in jungen Jahren nicht immer seine Stärke). Er bekommt regelmäßig Tabletten gegen die Schmerzen. Manchmal heben wir ihn ins Auto, weil er den Sprung in den Heckraum nicht mehr schafft. Ich begreife, dass es langsam Zeit wird, Abschied zu nehmen.

Zunächst begann der Abschied von vielen vertrauten Gemeinsamkeiten. Früher bin ich lange mit ihm gejoggt und gemeinsam haben wir manchen Berg erklommen. Doch nun schafft er nicht einmal mehr den Olympiaberg. Wir sind gemeinsam gereist, in die Toskana, nach Kroatien, Südtirol, Dänemark, aber lange Autofahrten kann ich ihm nicht mehr zumuten. Ich habe ihn auf jeden Fußballplatz mitgenommen, in jedes Lokal, zu jedem Besuch. Er war Mittelpunkt und überall ein gern gesehener Gast. Am liebsten würde Xaver noch immer jeden Weg mit mir gehen - aber dazu fehlt ihm die Kraft.

Nun wirst Du alt, mein guter Freund und ich weiß, dass wir bald endgültig Abschied nehmen müssen. Aber die Worte des Schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson (Schatzinsel) trösten mich: „Du denkst, Hunde kommen nicht in den Himmel. Ich sage dir, sie sind lange vor uns dort.“